Der Schaffende wird häufig von seiner Berufs-Ethik, vorausgesetzt er ist sich dieser bereits bewusst, herausgefordert: Dürfen wir als Kreative ein Doppelleben führen, weltverbesserisches Handeln in der Dienstleistung propagieren und gleichzeitig unseren Über-Konsum von den Schultern der Unterbezahlten stemmen lassen. So leicht uns die Mouse-Hand die Lösungen für die Probleme unserer Region zaubern lässt, so sehr sind wir auf die Schwielenhände der Dritten Welt angewiesen, um zu den Antworten gelangen zu können. Oft und immer noch unbewusst streifen wir alle Eigenverantwortung von uns, unwissend über die Kausalität der Sachverhalte und Verschaffen uns immerhin höchstens ein gutes Gefühl, etwas für den Anderen getan zu haben, wenn wir den Fair-Trade-Kaffee dem herkömmlichen bevorziehen. Das kann aber nicht alles sein! Kann man als Kreativer im Hamsterrad auch mal einen kurzen Ausstieg wagen, ohne alle Kunden zu verlieren, sich aufstellen, hinterfragen, auch mal „dagegen-sein“?