BÖSE FORM – Die Gewinner
Vielen Dank für die zahlreichen Einsendungen zum Wettbewerb
BÖSE FORM – THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY!
Hach, schön, so in der bösen Form zu schwelgen!
..Aaand the 5 winners are:
Aline Henkys, Jan-Erik Baars, Helge-Christian Schmidt – Buchpreis (Böse Form)
Lene Schwarz, Ertel Paul – Trostpreis (Gummischeiße)
Hier die Statements der Gewinner-Riege:
Lene Schwarz schreibt:
Sehr geehrtes Designkritik-Team,
im Grunde genommen ist die Formsprache von Apple eine der „bösesten Formen“ unserer Zeit, wird sie doch schon in jedem erdenklichen Kleinkosmos unserer Umgebung imitiert. Zahlreiche Smartphones, Computermäuse, Laptopmodelle von Konkurrenzunternehmen weisen große Formverwandtschaften auf. Nur selten führt die Kopie einer Produktsprache zu langfristig hohen Verkaufszahlen, geschweigen denn zu einem für den wirtschaftlichen Erfolg so bedeutsamen Wiedererkennungswert einer Marke. Im Gegenteil – Imitation und Alleinstellungsdenken widersprechen sich grundsätzlich und ganz offensichtlich! Die „böse Form“ im Design ist tatsächlich das, was grundlos imitiert und infolge dessen auch nur zu kurzfristigem Erfolg führt (wenn nicht sogar darauf abzielt).Ich studiere Design und bekam im zweiten Semester die Aufgabe eine Pfeffermühle im “Apple-Design” zu gestalten. Fragwürdig – finde ich.
Jan-Erik Baars sendet gleich zwei Bilder von bösen Formen ein:

und kommentiert:
“uglier” geht kaum, allerdings kein Industrieprodukt, gleichwohl ein Produkt unsere Zeit? ‘Designed’ ist es allemal und jenseits des guten Geschmacks..
Zum Fahrzeug-Design bemerkt er:
Das Bild ist ein echter ‘Schmeichler’ weil es nicht erlaubt das Produkt in 3D zu erfassen: Dies kennzeichnet sich durch herrliche Dis-proportionalität aus, Ansichten scheinen unabhängig voneinander gestaltet zu sein, auch die Gliederung der einzelnen Bauteile sind wohl auf verschiedene Reißbrettern ersonnen. Oder, man hat beim Kopieren der Benchmarks die verschiedene Modell-Teile stückweise neu zusammen gesetzt, so nach dem Motto: da ist von jedem tollen Design was drin!
Helge Christian Schmidt gibt sich selbstbewusst und unerbittlich:
…als Gewinner eures Wettbewerbes präsentiere ich euch nach nicht mal einer Sekunde Überlegungszeit die gesamte Produktpalette des Scheußlichkeiten-Hertsellers Bretz. Hier stimmt einfach das Gesamtpaket: Produkte, Homepage, Anzeigen, CI, Kunden… alles böse, da eine beleidigende Netzhaut-Peitsche, die ihresgleichen
sucht und hoffentlich niemals findet. Ich habe schon Zeitschriften-Abos gekündigt, weil eine Bretz-Anzeige geschaltet wurde.
Der Anspruch mit billigstem Plunder in Bordell-Ästhetik den Kunden aus der Vorstadt-Hölle als geschmackssicheren, neureichen, exzentrischen und dennoch “hausfräulichen” Connaisseur darzustellen, hat nur diese Firma. Garantierter Kontext: Organza-Deko, Nanunana-Kerzenständer, blaues Glas, Playboy-Bettwäsche.

Paul Ertel mahnt die Ästhetik der typischen Maple-Sirup-Flasche an:

Der Glassplitter im Auge ist ja bekanntlich das beste Vergrößerungsglas. Wo wir grade bei Glas sind: was macht diese missratene Öse am Hals einer Ahornsirup Flasche? Es kann ja wohl bestenfalls als schlechter Scherz gemeint sein, denn als Henkel taugt das 7mm-Durchmesser–Melanom kaum; Korrektur: gar nicht! Sollte es tatsächlich nur dazu da sein um ein kleines Papierschild mit Gewinnspielen daran zu befestigen? Oder rührt es aus einer Zeit, als das Behältnis noch deutlich größer war und an dieser Stelle tatsächlch zum Zugreifen einlud? Mit den zunehmend aus der Mode kommenden 5 Liter Kanistern Ahornsirup in drei Personen Haushalten, scheint der „Henkel“ in der kleineren Version heimlich übernommen worden zu sein. Selbst die Ontario Maple Syrup Producers Association wusste auf Nachfrage keine Antwort. Ein unfunktionales Rudiment aus vergangenen Tagen, niemanden stört es, niemand weiß es, niemanden interessiert es: was, wenn nicht das, ist das reine Böse
Aline Henkys würde ja gerne noch viel mehr “böse Formen” besitzen, darf sie aber nicht, weil die Mitbewohner sonst streiken. Man könnte ja auch wunderbar die Maplesirup-Flasche aufhängen…Hier ihr Beitrag:
Wir wünschen allen Gewinnern viel Spaß!
Die böse Form. Design an der Grenze des guten Geschmacks
Broschiert: 120 Seiten
Verlag: Birkhäuser Architektur;
Auflage: 1., Auflage (11. Juli 2011)
Sprache: Deutsch ISBN-10: 3034607210





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