Designtheorie und Designforschung
Uta Brandes, Michael Erlhoff, Nadine Schemmann
Design Studieren: Designtheorie und Designforschung
Aus der Reihe Design studieren des UTB Taschenbuch Verlags Stuttgart
Methodisches Kamingespräch
Eine Rezension des vorliegenden Bandes auf Amazon.de sagt: “Als dadaistischer Beitrag könnte das Buch “Designtheorie und Designforschung” vielleicht von Wert sein. Wenn es ernst gemeint sein sollte, muss man es leider als peinlichen Ausrutscher ansehen. Designgeschichtlich, wissenschaftstheoretisch, stilistisch und auch typografisch ist es fast durchweg mangelhaft.”
Diese – anonyme – Aussage zeigt dann auch schon, wie kleinkariert hierzulande der Diskurs ums Design mitunter geführt wird. Die Autoren des Bandes Designtheorie, Designforschung, nämlich Uta Brandes, Michael Erlhoff und Nadine Schemman könnte man zwar in einigen Details des als Studienwegweisers zu verstehenden Buches angreifen – aber dennoch sind Brandes und Erlhoff immerhin anerkannter Teil der deutschen akademischen Designlandschaft – und sicher führt das Buch auch nicht zu “falschen Meinungen”, wie es der anonyme Rezensent auf Amazon.de befürchtet.
Aber von vorne: Das 2009 im UTB Verlag erschienene Buch will den unbedarften Anfänger in die Untiefen der Designtheorie und der noch jungen Disziplin Designforschung führen. Dazu holen die Autoren weit aus, beschreiben dazu im Plauderton mal diese mal jenes Theoriemodell, bevor es dann in den nützlichen Teil des Buches geht, der knapp die Hälfte der an die 200 Seiten des Büchleins füllt, einem alphabetischen Index der Forschungsmethoden, die für Designforschung nützlich sind oder sich aus dem Designzusammenhang heraus entwickeln. Sehr hilfreich sind die bebilderten und mit Beispielen versehenen Methodenlisten für alle, die schon einmal das ein- oder andere aufgeschnappt haben, sich aber noch kein rechtes Bild davon machen können, was eigentlich genau mit Designforschung gemeint ist. Denn egal, ob es in der deutschen Szene immer noch Lager gibt, die alldem Forschergeist die Legitimation absprechen – die Branche entwickelt sich und es gibt auch langsam Anstrengungen, den Anschluss an die internationale Community zu finden. Und in Bereichen wie Service Design oder Kriminalitätsbekämpfung gibt es international erfolgreiche Institutionen, die sich genau auf der Ebene ihre Glaubwürdigkeit verdienen, wo sie auch das Geld machen. Hier ist Designforschung mit seinen Schnittstellen längst etabliert.
Das einzige, was zu wirklich großen Abstrichen für den Band führt, ist sein Stil. Da befindet man sich in einem gezwungen-lockeren Kamingespräch, das absolut unmöglich ist, quer zu lesen. Man fühlt sich in Gedanken schon dem dahin plaudernden eitlen kölschen Selbstverständnis ausgeliefert. Was eventuell als Zugeständnis an studentische Sprache gedacht sein mag, zieht sich wie Kaugummi, bis man endlich den tabellarischen Teil erreicht. Hier wäre weniger mehr gewesen und wäre wohl auch den Lesegewohnheiten der Wikipedia-Generation entgegengekommen.
Mal praktisch gedacht: So kompakt kommt das Wissen im Design sonst nicht daher – wer das ganze also nicht zur Bibel erhebt, sondern einfach als Überblick und Bestandsaufnahme der Designforschung, hat bestimmt nur Vorteile davon. Im Anhang findet sich eine große Literaturliste, die zur Vertiefung des Wissens einlädt.
Birgit S. Bauer


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Gesunde Vorurteile und drängende Fragen sind ein guter Ausgangspunkt, um sich neue Wissensgebiete zu erschließen.
Wenn Sie das Buch durch haben, sind wir auf Ihre Einsichten gespannt!
Auch eine anonyme Kritik kann durchaus ihre Berechtigung haben.
Die Bandbreite der angeführten Kritikpunkte ( designgeschichtlich bis typografisch) ist alles andere als “kleinkariert”. Einige Kritikpunkte werden sogar im obigen Text bestätigt.
Mich lässt bereits das lieblose Cover an der Seriösität des Buches zweifeln.
…als “kleinkariert” sehen die Autoren der Rezension den Bezug auf die Reputation der Autoren, die in der Amazon-Rezension als sehr persönlich angedeutetn und auch nicht weiter begründet wird.
@admin: Okay, ich verstehe. Allerdings wird in eurer Rezension nicht der komplette Teil zitiert, der sich auf den Autor bezieht. Für den Leser, der nur den obigen Text liest, erschließt sich das daher nicht.